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Mallorca-Urlauber berichten von Druck zur Zusatzversicherung am Mietwagenschalter am Flughafen: was Sie tun können

Zwei Kunden am Flughafen Palma sagen, man habe ihnen Zusatzschutz verkauft, den sie schon hatten. Was passiert ist und wie Sie Ihr Geld zurückfordern.

Scratchfair-RedaktionNachricht vom 19. Okt. 20264 Min. Lesezeit5 Quellen geprüft
Kurz gesagtDie Antwort in 20 Sekunden

Am 19.

  • Oktober 2026 veröffentlichte das Mallorca Magazin Berichte zweier Kunden eines Mietwagenschalters am Flughafen Palma, die sagen, sie seien trotz bestehendem Schutz zum Kauf einer Zusatzversicherung gedrängt worden.
  • Einer zahlte 282,38 Euro für zwei Zusatzprodukte und bekam später seine ursprüngliche Versicherung vom Buchungsportal erstattet, weil er doppelt versichert war.
  • Zusatzschutz am Schalter ist normalerweise freiwillig: Wurden Sie zum Kauf gezwungen, können Sie die Kosten schriftlich zurückverlangen und sich an Ihr Europäisches Verbraucherzentrum wenden.

Sie landen in Palma, gehen mit einer bezahlten Buchung und Vollschutz vom Buchungsportal zum Mietwagenschalter und hören, das Auto sei nicht bezahlt und Ihre Versicherung zähle nicht. Am 19. Oktober 2026 veröffentlichte das Mallorca Magazin zwei solche Berichte von Kunden desselben Schalters am Flughafen Palma, die beide sagen, man habe sie zu einer Zusatzversicherung gedrängt, die sie nicht brauchten. Das Unternehmen beantwortete die Fragen der Zeitung bis zur Veröffentlichung nicht. Hier lesen Sie, was die Kunden schildern und was Sie tun können, wenn Ihnen auf Mallorca dasselbe passiert.

Was die Kunden dem Mallorca Magazin berichteten

Im ersten Fall geht es um einen österreichischen Hochschullehrer, der über einen Online-Vermittler gebucht und bezahlt hatte, samt dem höchsten Vollschutz-Tarif dieses Vermittlers. Am Schalter habe man ihm gesagt, das Auto sei nicht bezahlt und seine Versicherung ungültig, und die Schlüssel bekomme er nur, wenn er sofort zusätzlichen Schutz kaufe. Er unterschrieb auf einem Tablet, nach eigenen Worten unter enormem Druck. Seine Kreditkarte wurde mit 282,38 Euro für zwei zusätzliche Versicherungsprodukte belastet, was er als Doppelversicherung sieht.

Er beantragte bei seiner Bank eine Rückbuchung und wandte sich an das Europäische Verbraucherzentrum Österreich. Am 15. Oktober lenkte der Vermittler schriftlich ein und erstattete die ursprüngliche Versicherung, mit Verweis auf die Doppelversicherung, die am Schalter entstanden war. Der Artikel hält fest, dass das allein nicht beweist, dass der Mitarbeiter mit Absicht handelte.

Der zweite Bericht kam von einer Leserin, die am 9. Oktober ein Auto abholen wollte, das sie über die Website einer Fluggesellschaft gebucht hatte. Sie war über ihre Kreditkarte versichert und wollte stattdessen die Kaution von 2.300 Euro hinterlegen. Nach ihrer Darstellung wurde ihr mehrfach eine Zusatzversicherung angeboten, auf dem Kartenterminal erschien ein Betrag von rund 1.098 Euro, die Zahlung schlug dann fehl, und als sie stornieren wollte, verwies man sie an ihre Kartengesellschaft. Sie verzichtete auf das Auto. Ihr Mann buchte bei einem anderen Anbieter in der Nähe, wo die Karte funktionierte und niemand Zusatzschutz aufdrängte.

Das Mallorca Magazin betonte, dass es sich um Schilderungen der Kunden handelt, die es nicht unabhängig prüfen konnte, und dass der Verkauf von Zusatzversicherungen am Schalter an sich nicht falsch ist, solange Kosten und Bedingungen klar sind.

Ist die Zusatzversicherung am Mietwagenschalter freiwillig?

Normalerweise ja. Die schwedische Verbraucherbehörde Konsumentverket beantwortete im Juni 2026 eine sehr ähnliche Frage: Ein Kunde hatte online bei einem spanischen Unternehmen gebucht und sollte bei der Abholung eine Versicherung für mehrere Hundert Euro dazukaufen. Die Antwort lautete, dass eine Versicherung bei der Automiete normalerweise ein freiwilliges Extra ist, dass die Vertragsbedingungen entscheiden und dass Sie die Kosten zurückverlangen können, wenn man Sie zu einem Schutz gezwungen hat, den die Bedingungen nicht vorsahen. Das EVZ Irland rät ähnlich: Die nötige Versicherung sollte von Anfang an im Preis enthalten sein, und zusätzlichen Schutz am Schalter sollten Sie genau prüfen, bevor Sie ihn nehmen.

Was der Schalter tun darf: eine höhere Kaution verlangen, wenn Sie seinen eigenen Schutz ablehnen. Das ist üblich und der Hauptgrund, warum Ihr Kreditkartenlimit eine Rolle spielt. Unser Artikel zur Zusatzversicherung am Mietwagenschalter erklärt, was der Schalter verlangen darf und was nicht.

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Warum Vermittlerschutz und Schalterschutz nicht dasselbe sind

Ein großer Teil der Verwirrung kommt vom Wort „Vollschutz“. Schutz von einem Vermittler oder Buchungsportal ist meist eine separate Selbstbeteiligungsversicherung, wie Which? erklärt: Der Vermieter belastet Sie bei einem Schaden bis zur Höhe der Selbstbeteiligung, und Sie holen sich den Betrag danach vom Versicherer zurück. Das Produkt am Schalter senkt oder streicht die Selbstbeteiligung direkt beim Vermieter. Beides kann Vollschutz heißen, aber nur das zweite ändert, was der Vermieter selbst Ihnen berechnen kann.

Das EVZ Österreich riet in seiner Presseaussendung zum Sommer 2026, zu prüfen, ob die Versicherung auf dem Buchungsvoucher mit dem Mietvertrag übereinstimmt, und sich keine unnötigen Extras aufschwatzen zu lassen. Unser Ratgeber zum Zurückfordern der Selbstbeteiligung zeigt, wie ein Vermittlerschutz auszahlt.

Was Sie tun können, wenn man Sie zur Zusatzversicherung drängt

Sagen Sie am Schalter deutlich, dass Sie eigenen Schutz haben und die Zusatzversicherung ablehnen, und fragen Sie, welche Kaution ohne sie gilt. Fotografieren Sie den Vertrag vor der Unterschrift, vor allem die Zeilen mit Zusatzprodukten und deren Preisen. Unterschreiben Sie trotzdem, weil Sie das Auto brauchen, behalten Sie eine Kopie und notieren Sie, was man Ihnen gesagt hat.

Schreiben Sie danach dem Vermieter, schildern Sie, was Sie am Schalter gesagt haben, legen Sie Vertrag und Beleg bei und bitten Sie um Erstattung. Hat Ihnen auch das Buchungsportal einen Schutz verkauft, informieren Sie es ebenfalls; im Fall auf Mallorca kam die erste Erstattung genau von dort. Fragen Sie Ihre Kartenbank, ob eine Rückbuchung möglich ist, und warten Sie damit nicht lange, denn die Banken setzen Fristen. Der Fristenrechner hilft Ihnen, den Überblick zu behalten, und die Musterbriefe geben Ihnen einen Anfang.

Sitzt das Unternehmen in einem anderen EU-Land und bewegt sich nichts, kann Ihr nationales Europäisches Verbraucherzentrum kostenlos helfen. Über einen Vermittler gebucht? Lesen Sie zuerst, wo Sie sich nach einer Buchung über einen Vermittler beschweren, denn die Antwort hängt davon ab, wer Ihnen was verkauft hat.

Häufige Fragen

Darf mich der Mietwagenschalter zum Kauf seiner Versicherung zwingen?

Eine Versicherung ist normalerweise ein freiwilliges Extra, sagt die schwedische Verbraucherbehörde Konsumentverket. Macht das Unternehmen sie zur Bedingung für die Herausgabe des Autos, obwohl Ihre Buchung sie nicht verlangte, können Sie diese Kosten schriftlich zurückfordern.

Ich hatte Vollschutz vom Buchungsportal. Warum hieß es am Schalter, er gelte nicht?

Schutz von einem Buchungsportal ist meist eine eigene Police, die Ihnen die Selbstbeteiligung nachträglich erstattet, und nicht der Schutz des Vermieters selbst. Der Schalter kann trotzdem eine hohe Kaution verlangen, ungültig wird Ihre Police dadurch aber nicht.

Was, wenn ich die Zusatzversicherung unter Druck auf einem Tablet unterschrieben habe?

Bewahren Sie eine Kopie oder ein Foto der Unterschrift und den Zahlungsbeleg auf, widersprechen Sie der Belastung schriftlich beim Vermieter und fragen Sie Ihre Kartenbank nach einer Rückbuchung. Der Kunde im Bericht aus Mallorca tat beides und wandte sich zusätzlich an das EVZ Österreich.

Wer hilft, wenn der Vermieter nicht antwortet?

Sitzt das Unternehmen in einem anderen EU-Land, in Island oder Norwegen, kann Ihr nationales Europäisches Verbraucherzentrum beraten und in manchen Fällen kostenlos vermitteln. Konsumentverket nennt außerdem die Schlichtungsstelle ECRCS für teilnehmende Unternehmen.

Quellen

  1. mallorcamagazin.comMallorca Magazin: Mietwagen-Abzocke? Mallorca-Urlauber schießen gegen Anbieter am Flughafen (19. Oktober 2026)
  2. konsumentverket.seKonsumentverket: Mietwagen gebucht und bei der Abholung zum Kauf einer Versicherung gezwungen (aktualisiert am 4. Juni 2026, Schwedisch)
  3. vki.atEVZ Österreich: Mietwagen-Tipps, Presseaussendung vom 30. Juni 2026 (PDF)
  4. eccireland.ieEVZ Irland: Mietwagen in Europa, Hilfe und Tipps für eine entspannte Reise (9. Mai 2025, Englisch)
  5. which.co.ukWhich?: Holidaymakers warned about car hire excess waivers (13. Juni 2024, Englisch)

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